Konzept
Das Wohnprojekt LA CAMPAGNE bietet derzeit für insgesamt 31 Drogenabhängige
Eingliederungshilfen und Hilfen zur Überwindung besonders sozialer Schwierigkeiten. Zurzeit werden dafür bis zu 7 betreute Wohnplätze und 24 Notübernachtungsplätze für obdachlose Drogengebraucher in Ein- bis Vierbettzimmern zur Verfügung gestellt.
Das Notübernachtungsangebot dient primär der Beseitigung aktueller Obdachlosigkeit. Ziel der Hilfen in diesem Bereich ist es, den Prozess einer weiteren Verelendung zu stoppen, Perspektiven für eine veränderte Lebensform zu entwickeln und Initiativen zu einer selbstständigen Lebensführung zu unterstützen.
Das Ziel der CMA- Einrichtung für chronisch Mehrfachabhängige (CMA) ist, dem genannten Personenkreis eine weitgehende selbständige Lebensführung in der Gemeinschaft zu ermöglichen und ihn soweit wie möglich unabhängig zu machen.
Der risikoreiche, intravenöse Gebrauch illegaler Drogen führt häufig zur Bildung gefährlicher Abszesse, die oft einen operativen Eingriff erfordern. Auch andere Folgeerkrankungen, Thrombosen und bakterielle Entzündungen aller Art, können durch Fehlinjektionen verursacht werden.
Durch die regelmäßig stattfindende ärztliche Sprechstunde vor Ort, ist es den Klienten möglich eine ärztliche Untersuchung durchführen zu lassen, ohne im Besitz eines Krankenscheins oder der 10,--€ Praxisgebühr zu sein.
Unser Arzt trägt dazu bei, die vorhandene Hemmschwelle einer bevorstehenden Untersuchung zu mildern und anhand eines unbürokratischen „Gesundheitschecks“ auf möglicherweise notwendige Folgeuntersuchungen hinzuweisen. Für geringfügige gesundheitliche Versorgung ist das Projekt auch mit Verbandsmaterial und mit den notwendigen Utensilien für eine Wund- und Notfallversorgung ausgestattet.
Damit Neuinfektionen weitestgehend verhindert und eine Verschlechterung der gesundheitlichen Situation durch weitere Infektionen bei den Bewohnern in der La Campagne vermieden werden können, werden ganz nach individuellem Bedarf Nadeln und Spritzen ausgegeben, sowie Möglichkeiten zur Entsorgung der bereits gebrauchten Spritzen bereitgestellt. Da den Drogenkonsumenten ein möglichst risikoarmer Gebrauch vermittelt werden sollte, führt das Team "Safer-use“-Beratungen (unter anderem beinhaltend eine evtl. Vermittlung an spezialisierte Einrichtungen z. B. AIDS Beratung etc.) anhand von persönlichen Gesprächen und durch zusätzlich ausliegende „Safer-use“-Info-Broschüren durch.